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Volkskrankheit Demenz

Demenz ist eine weit verbreitete Erkrankung, die das Gedächtnis, Denken und Verhalten zunehmend beeinträchtigt, und stellt Betroffene sowie Angehörige vor große medizinische, soziale und emotionale Herausforderungen.

18. - 27. September 2026: Bayerische Demenzwoche

Mit der 7. Bayerischen Demenzwoche, die vom 18. bis 27. September stattfindet, rückt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention das Thema bayernweit in den Fokus. Der Medizinische Dienst Bayern beteiligt sich daran mit verschiedenen kostenlosen Informations- und Beratungsangeboten – digital und vor Ort.

Veranstaltungen und Termine

Demenzparcours: Demenz erleben und verstehen

Der Medizinische Dienst Bayern bietet im Rahmen der Demenzwoche einen Demenzsimulator an. An verschiedenen Stationen können Interessierte erleben, mit welchen alltäglichen Herausforderungen Menschen mit Demenz konfrontiert sein können. Geschulte Pflegefachpersonen des Medizinischen Dienstes Bayern stehen zudem für Fragen rund um Demenz, Pflegebedürftigkeit und Pflegebegutachtung zur Verfügung.

Termine in München

  • Freitag, 18. September von 14 bis 18 Uhr, Stadtbibliothek Bogenhausen, Rosenkavalierplatz 16, München; mehr Infos 
  • Freitag, 25. September von 14 bis 18 Uhr, Stadtbibliothek Neuhausen, Nymphenburgerstr. 171b, München; mehr Infos

Kostenlose Online-Infoveranstaltungen

Termine

  • 22. September, 18 bis 19.30 Uhr, Thema: "Demenzielle Entwicklung", kostenfrei
    Informationen und Anmeldung
  • 24. September, 14 bis 15.30 Uhr, Thema: "Einschränkungen und Pflegebegutachtung bei Demenz", in Kooperation mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern, kostenfrei
    Informationen und Anmeldung

Medizinischer Dienst Bayern ist Mitglied des Bayerischen Demenzpakts

Derzeit leben in Bayern rund 270.000 Menschen mit Demenz. Bis 2030 kann aufgrund der demografischen Entwicklung von einem Anstieg auf 300.000, bis 2040 auf 380.000 Betroffene ausgegangen werden. Die Bayerische Staatsregierung begegnet diesen Herausforderungen seit dem Jahr 2013 mit der ressortübergreifenden Bayerischen Demenzstrategie. Am 21.09.2020 (Welt-Alzheimertag) wurde der Bayerische Demenzpakt vom damaligen Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ins Leben gerufen. Er ist Bestandteil der Bayerischen Demenzstrategie und aus der damaligen Interministeriellen Arbeitsgruppe hervorgegangen, um das Thema Demenz auf eine breitere Basis zu stellen und sämtliche Lebensbereiche einzubeziehen. Paktpartner sind rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Staatsministerien sowie der Kommunen, Kirchen, Zivilgesellschaft, Kassen, Kammern, privaten Träger, Wohlfahrts- und Betroffenenverbände. Mit diesen wurde zuletzt die Bayerische Demenzstrategie weiterentwickelt.
Ende Juli wurde der Medizinische Dienst Bayern zum Mitglied des Bayerischen Demenzpaktes berufen. Das Ministerium begründet unsere Aufnahme damit, dass wir mit unserer unabhängigen Begutachtungs- und Beratungstätigkeit einen wichtigen Beitrag zur bedarfsgerechten Versorgung und Unterstützung von Menschen mit Demenz sowie ihren Angehörigen leisten. Durch unsere umfassenden Erfahrungen an der Schnittstelle von Pflege, Medizin und Versorgungsrealität verfügen wir über wertvolle Erkenntnisse zu den Herausforderungen und Bedarfen von Menschen mit Demenz. Wir freuen uns sehr und bringen unsere Expertise künftig in das Netzwerk ein. Darüber hinaus engagieren wir uns weiterhin mit großem Einsatz für das Thema Demenz, wie beispielsweise mit unseren Aktionen in der Bayerischen Demenzwoche.


Anzeichen & Symptome

  • Gedächtnisverlust
  • Verlegen von Gegenständen
  • Sozialer Rückzug
  • Verminderte Fähigkeit, visuelle Zeichen zu deuten
  • Zeitliche und räumliche Orientierungslosigkeit
  • Wesensveränderung
  • Probleme, gesprochenes zu Wiederholen
  • Wortfindungsstörung
  • Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben zu bewältigen

Präventionsmaßnahmen

45 % aller Demenzerkrankungen sind vermeidbar oder verzögerbar:

  • Behandlung von Risikofaktoren, wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht, Depressionen
  • Hör- und Sehprobleme frühzeitig mit Hilfsmitteln beheben
  • altersspezifische empfohlene Impfungen wahrnehmen (Grippe, Gürtelrose, Pneumokokken, COVID-19)
  • körperliche Aktivität: Spazieren gehen, Schwimmen, Tanzen, Krafttraining
  • ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit
  • das Gehirn fordern, z. B. mit Brett- und Kartenspielen, Computer- und Videospielen, Musik hören oder selbst Musizieren, Lesen, Gehirnjogging-Apps, neues Lernen 
    wie eine Sprache
  • soziale Aktivität: Beziehungen pflegen (auch digital), ehrenamtliches Engagement, Hobbys in der Gruppe, gemeinsames Wohnen
  • auf Alkohol verzichten
  • Raucherentwöhnung
  • Schädel-Hirn-Verletzungen durch das Tragen eines Helmes, z. B. beim Rad- oder Skifahren, vermeiden

Hören Sie unseren Podcast "Mythen über Demenz "

Folge 1: 5 Mythen über Demenz - Gesamtaufnahme


Prof. Dr. Wöhler im Gespräch mit Katrin Staffler, Pflegebeauftragte der Bundesregierung

Prof. Dr. Claudia Wöhler, Vorstandsvorsitzende des MD Bayern, und Katrin Staffler (CSU), Mitglied des Deutschen Bundestages und Pflegebeauftragte der Bundesregierung, sprechen in unserem Turbotalk über das Thema Demenz und wie wichtig Aufklärung und Sensibilisierung für die Krankheit ist.


Gewusst?

  • In Bayern leben derzeit 270.000 Menschen mit einer Demenz – Tendenz steigend. Im Jahr 2030 soll die Zahl laut Prognosen auf 380.000 anwachsen.
  • Durch eine demenzielle Erkrankung verschlechtert sich zunehmend die geistige Leistungsfähigkeit, das heißt Gedächtnis, Denkvermögen, Orientierung, Auffassungsgabe, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung lassen nach.
  • Demenzerkrankungen sind bisher nicht heilbar.

Unser Appell: Holen Sie sich als Betroffene und als Angehörige frühzeitig Hilfe.