Unter dem Motto „Deutschland hitzeresilient machen – wir übernehmen Verantwortung“ ist der MD Bayern Teil des Bündnis Hitzeschutz Bayern der Bayerischen Landesärztekammer. Hier stehen Wissenschaft, Politik und Praxis im engen Austausch – für den Gesundheitsschutz vor extremer Hitze.
Dr. Christine Adolph im Gespräch mit Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer
In unserem Turbotalk sprechen Dr. Christine Adolph, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und leitende Ärztin beim Medizinischer Dienst Bayern, und Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerische Landesärztekammer und niedergelassener Allgemeinarzt, über ein ganz wichtiges Thema in den heißen Sommermonaten: Den Hitzeschutz!
Gewusst?
Das Jahr 2024 war laut Bericht des EU-Erdbeobachtungssystems Copernicus das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch in Deutschland und Bayern müssen wir uns deshalb auf immer häufigere und länger andauernde Hitzewellen vorbereiten. Besonders wichtig ist das für vulnerable Gruppen, die unter der Hitze besonders leiden. Aber grundsätzlich können heiße Temperaturen jedem von uns zusetzen – ob zuhause, unterwegs oder bei der Arbeit. Hitze kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, die wir nicht unterschätzen sollten.
Unser Appell: Unterschätzen Sie die Gefahren durch Hitze nicht. Achten Sie auf Warnsignale des Körpers und reagieren Sie schnell und richtig.
Wir alle müssen das Thema Hitzeschutz gemeinsam angehen - ob Unternehmen, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft, denn: Klimaschutz ist Gesundheitsschutz.
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz
Ein gesunder Planet ist Voraussetzung für ein gesundes Leben
- Die WHO sieht den Klimawandel als die größte Gesundheitsgefahr für die Menschheit.
- Zu den direkten Auswirkungen des Klimawandels zählen z.B. die Folgen von Extremwetterereignissen, wie Hitze, Dürre und Waldbrände.
- Hitze ist das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Während Hitzeperioden wird das Gesundheitssystem durch eine erhöhte Krankheitslast, vermehrte Krankenhauseinweisungen und Rettungsdiensteinsätze stärker belastet.
- Indirekte Auswirkungen des Klimawandels machen sich u.a. durch eine zunehmende Zahl von Infektionskrankheiten, neu auftretende Erreger, Luftverschmutzung, aber auch durch psychische Erkrankungen bemerkbar.
Tipps für pflegende Angehörige
- Denken Sie neben der ausreichenden Trinkmenge auch an wasserreiche Nahrungsmittel (z. B. Gurke, Melone).
- Sorgen Sie für Kühlung (z. B. kühlende Waschlappen auf die Stirn oder in den Nacken).
- Denken Sie an die möglicherweise veränderte Wirkung von Medikamenten durch Hitzeeinfluss und besprechen dies mit den ärztlichen Fachpersonen (z. B. Entwässerungsmedikamente).
- Haben Sie einen Blick auf körperliche Veränderungen (z. B. Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Schwäche).
- Holen Sie sich bei akuten Symptomen Hilfe (z. B. Schwindel, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen).
- Dunkeln Sie Wohn- und Schlafräume ab.
Tipps an heißen Tagen
- Tragen Sie eine Kopfbedeckung.
- Legen Sie körperliche Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden.
- Erfrischen Sie sich mit einem kühlenden Fußbad.
- Lagern Sie Medikamente gemäß der Packungsbeilage.
- Behalten Sie das Thermometer im Blick.
- (Quer-)Lüften Sie in den frühen Morgenstunden, danach abdunkeln, wenn möglich.
Tipps für immobile Menschen
- Denken Sie an luftige Decken (z.B. Laken) und möglichst wenige Kissen zur Lagerung.
- Bedecken Sie Kopfkissen mit einem saugfähigem Handtuch und wechseln Sie dieses regelmäßig.