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Pressemitteilung |

Patientensicherheit jetzt stärken. Die Jahresstatistik 2020 zur Behandlungsfehlerbegutachtung.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Prof. Dr. med. Astrid Zobel, Leitende Ärztin des Medizinischen Dienstes Bayern und Dr. med. Stefan Gronemeyer, Geschäftsführer des MDS, die bundesweiten Ergebnisse der Jahresstatistik 2020 zur Behandlungsfehlerbegutachtung vorgestellt.

Die Gemeinschaft der Medizinischen Dienste stellt zum 10. Mal die Statistik zur Behandlungsfehlerbegutachtung vor. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2020.

Zur Jahresstatistik der Behandlungsfehlerbegutachtung

Insgesamt 2.496 Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern hat der Medizinische Dienst Bayern im Jahr 2020 erstellt. Bundesweit haben die Medizinischen Dienste 14.042 Gutachten zu Behandlungsfehlervorwürfen angefertigt.

Die Medizinischen Dienste veröffentlichen den umfangreichsten Datensatz zu Behandlungsfehlern in Deutschland. Die Zahlen zeigen jedoch nur einen kleinen Ausschnitt an Behandlungsfehlern. Zahlreiche Fälle bleiben nach wie vor unbekannt: Zum einen werden sie in Deutschland nicht zentral erfasst; zum anderen werden sie von betroffenen Patientinnen und Patienten nicht als Fehler erkannt und deshalb auch nicht vorgeworfen. Daher sind die Zahlen der Medizinischen Dienste nicht repräsentativ, und sie erlauben auch keine allgemeingültigen Rückschlüsse auf die Sicherheit in Krankenhäusern und Arztpraxen.

„Mit der Jahresstatistik zur Behandlungsfehlerbegutachtung leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu mehr Patientensicherheit und Transparenz“, erklärt Prof. Dr. med. Astrid Zobel, Leitende Ärztin des Medizinischen Dienstes Bayern. „Wir legen großen Wert auf eine hohe Qualität in der Behandlungsfehler-Begutachtung und freuen uns, dass das Vertrauen in den Medizinischen Dienst so groß ist."

Medizinischer Dienst Bayern präsentiert die gutachterlichen Ergebnisse für Bayern

Die Gutachten der Medizinischen Dienste zu vermuteten Behandlungsfehlern werden interessensneutral erstellt und sind für gesetzlich Versicherte kostenfrei. Sie werden nach wie vor stark nachgefragt. Insgesamt wurden vom Medizinischer Dienst Bayern im Jahr 2020 Gutachten zu 2.496 fachärztliche Gutachten zu vermuteten vorgeworfenen Fällen von Behandlungsfehlern erstellt.

In 29,8 Prozent der vorgeworfenen Fälle (749 Fälle) konnte in den gutachterlichen Ergebnissen ein Behandlungsfehler festgestellt werden – mit und ohne Schaden.

Behandlungsfehler mit Schaden für die Versicherten lagen in 25,2 Prozent der vorgeworfenen Fälle vor. In jedem fünften Fall (19,5 Prozent aller vorgeworfenen Fällen) stellten die Gutachterinnen und Gutachter fest, dass der Behandlungsfehler Ursache des Schadens war. Die festgestellten Fehler betreffen die unterschiedlichsten Erkrankungen und die verschiedensten Behandlungen.

„In der Jahresstatistik zur Behandlungsfehlerbegutachtung geht es nicht primär darum, wer einen Fehler verursacht hat. Es geht um Patientenschutz und -sicherheit,“ fasst Prof. Dr. med. Astrid Zobel, Leitende Ärztin des Medizinischen Dienstes Bayern die Ergebnisse für Bayern zusammen und betont: „Patientinnen und Patienten, die einen Behandlungsfehler vermuten, erhalten hier wertvolle Unterstützung. Nur, wenn Behandlungsfehler konsequent offengelegt, systematisch erfasst und ausgewertet werden, kann man aus ihnen lernen und sie in Zukunft vermeiden.“

 

Den aktuellen Bericht finden Sie hier.

 

 

Über den Medizinischen Dienst Bayern

Der Medizinische Dienst Bayern (MD Bayern) ist der unabhängige sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst von über 10 Mio. gesetzlich kranken- und pflegeversicherten Bürgern in Bayern. Im Jahr 2020 haben die rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes Bayern – überwiegend Ärzte und Pflegekräfte – in den 24 Beratungs- und Begutachtungszentren in Bayern mehr als 1,3 Millionen Gutachten, Empfehlungen und Einzelfallprüfungen im medizinischen und pflegerischen Bereich durchgeführt. Im Interesse der Versichertengemeinschaft trägt der Medizinische Dienst Bayern dazu bei, die gesundheitliche Versorgung insgesamt qualitativ weiterzuentwickeln und Maßnahmen zu vermeiden, die unnötig, gefährlich oder unwirtschaftlich sind. Ziel ist es, eine stabile gesundheitliche Versorgung auf hohem Niveau dauerhaft sicherzustellen.



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