Der Medizinische Dienst bewertet die Pflegebedürftigkeit und die jeweilige Pflegesituation der gesetzlich Versicherten und gibt durch seine fachliche Expertise eine Empfehlung für einen Pflegegrad an die Pflegekasse ab. Um die Qualität der Begutachtungen objektiv zu erfassen, erhalten zufällig ausgewählte Versicherte im Anschluss an die Pflegebegutachtung einen Fragebogen, mit dem sie die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes sowie den Ablauf der Begutachtung anonym bewerten können.
Im Jahr 2025 wurden 453.407 Pflegebegutachtungen in Bayern durchgeführt – und damit erneut ein Rekordwert erreicht. Trotz weiter steigender Auftragszahlen konnte die Zufriedenheit der pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen mit der persönlichen Pflegebegutachtung im Hausbesuch von 82,5 % im Jahr 2024 auf nun 84,4 % im Jahr 2025 gesteigert werden.
Weitere Ergebnisse der Befragung im Bereich Hausbesuch:
- 97,2 % Zufriedenheit im Bereich Termintreue.
- 91,4 % Zufriedenheit im Bereich Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Ansprechpersonen des Medizinischen Dienstes Bayern.
- 89,3 % Zufriedenheit im Bereich respektvoller und einfühlsamer Umgang mit den Versicherten.
- 89,8 % Zufriedenheit im Bereich Vertrauenswürdigkeit der Gutachterinnen und Gutachter.
- 89,2 % Zufriedenheit im Bereich Kompetenz der Gutachterinnen und Gutachter.
"Gerade vor dem Hintergrund wachsender Herausforderungen im Gesundheitssystem und immer mehr Menschen mit Pflegebedarf freuen wir uns über diese exzellenten Ergebnisse. Sie bestätigen, dass die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes Bayern sensibel, wertschätzend und respektvoll mit der herausfordernden Begutachtungssituation umgehen", stellt Prof. Dr. Claudia Wöhler, Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bayern, fest.
Medizinischer Dienst Bayern stößt Reform für die Pflegebegutachtung an
Die Versichertenbefragung identifiziert unter anderem drei Schwerpunkte zur Weiterentwicklung der Pflegebegutachtung. Zum einen müssen die internen Abläufe kontinuierlich optimiert werden, um bei steigenden Aufträgen auch weiterhin ausreichend Zeit für das Begutachtungsgespräch sicherstellen zu können. Zum anderen wird bereits anhand verschiedener Modellprojekte, beispielsweise durch den GKV Spitzenverband, eine digitale Videobegutachtung erprobt, um künftig bundesweit bei Bedarf noch besser auf die Lebensrealitäten der Betroffenen eingehen zu können.
Die Ergebnisse liefern zuletzt auch einen zentralen Hinweis für die aktuelle politische Debatte um die Zukunft der Pflege: Denn anhand der Rückmeldungen der Befragten wird klar, dass der Bedarf an individueller Beratung zur Pflegesituation und der Wunsch nach mehr Orientierung im komplexen Pflegedschungel steigt.
"Genau diese Orientierung wollen wir künftig noch stärker geben und dadurch die Gesundheitsförderung der Versicherten weiter erhöhen. In das Zentrum unserer Beratungen rücken wir dabei vor allem auch Möglichkeiten zur Verlangsamung oder gar Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. Wir wollen die Selbstständigkeit der Betroffenen so lange wie möglich erhalten. Eine konkrete Maßnahme ist dabei unser Pilotprojekt 'Präventive Pflegeberatung', bei dem wir Versicherten mit hohem Präventionspotential aktiv eine individuelle Beratung im Nachgang der Begutachtung anbieten. Der Medizinische Dienst verfügt über eine umfassende pflegefachliche Kompetenz und kennt den gesetzlichen Rahmen im Detail", betont Wöhler abschließend.
Hier können Sie den Bericht zur Versichertenbefragung 2025 herunterladen.