"Unser Gesundheitswesen steht unter großem Druck. Immer mehr Menschen in unserem Land sind auf Pflege und medizinische Versorgung angewiesen – während gleichzeitig die finanziellen Spielräume der Sozialversicherungen immer enger werden", stellt Prof. Dr. Claudia Wöhler, Vorstandsvorsitzende beim Medizinischen Dienst Bayern, fest. "Die Reformdebatten zeigen: Gerade jetzt braucht es eine unabhängige und fachlich fundierte Stimme im Gesundheitssystem. Der Medizinische Dienst Bayern sorgt dafür, dass Versicherte Leistungen nach objektiven medizinischen und pflegefachlichen Kriterien erhalten."
Die wichtigsten Zahlen aus dem Jahresbericht 2025:
- Insgesamt 959.964 Begutachtungen, Stellungnahmen, Prüfungen, Kontrollen und Beratungen wurden 2025 von den Gutachterinnen und Gutachtern des Medizinischen Dienstes Bayern durchgeführt. 2024 waren es noch rund 907.000.
- Im Bereich Medizin wurden im vergangenen Jahr insgesamt 472.076 Begutachtungen und Stellungnahmen, Beratungen, Abrechnungsprüfungen, Strukturprüfungen sowie Qualitätskontrollen durchgeführt. Davon entfielen 41,8 % auf stationäre Leistungen, 22 % auf Arbeitsunfähigkeit, 14,2 % auf Leistungen zur Vorsorge/Rehabilitation, 7,6 % auf Hilfsmittel, 5 % auf ambulante Leistungen, 3,9 % auf neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, 3 % auf sonstige Anlässe, 1,8 % auf den Bereich Medizinrecht und 0,8 % auf Zahnmedizin.
- Im Bereich Pflege wurden 2025 insgesamt 487.888 Begutachtungen und Stellungnahmen, Qualitätsprüfungen und Beratungen durchgeführt. Davon entfielen 453.407 auf Begutachtungen und Stellungnahmen in der Pflegebegutachtung, 3.635 auf stationäre und ambulante Qualitätsprüfungen (3.458 Regelprüfungen und 177 Anlassprüfungen) sowie 30.846 auf Beratungen. Es wurden 380.310 Begutachtungen zur Feststellung einer Pflegebedürftigkeit durchgeführt, wovon bei 12 % keine Pflegebedürftigkeit, bei 19 % Pflegegrad 1, bei 30 % Pflegegrad 2, bei 23 % Pflegegrad 3, bei 11 % Pflegegrad 4 sowie bei 5 % Pflegegrad 5 ermittelt wurde.
- Im Jahr 2025 stellte der Medizinische Dienst Bayern eine flächendeckende Beratung und Begutachtung für insgesamt 9.051.680 Mitglieder der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen im Freistaat sicher.
Um die Versorgung der Versicherten in Bayern zu stärken, bringt sich der Medizinische Dienst Bayern auch in gesundheitspolitische Debatten zur Entbürokratisierung, Digitalisierung und Prävention ein. Beispiele im Bereich
Pflege sind der Abbau von Doppelstrukturen zwischen Medizinischem Dienst und Heimaufsicht bei den Qualitätsprüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen oder die Initiative "Klartext Pflegedokumentation" zur Entlastung für Pflegefachpersonen durch eine schlankere Dokumentation.
"Im Bereich Krankenhaus war 2025 vor allem die Umsetzung der Leistungsgruppenprüfungen aus dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz und den Änderungen des Krankenhausreformanpassungsgesetzes ein Schwerpunkt der Arbeit. In enger Zusammenarbeit mit den zentralen Akteuren in Bayern haben wir eine aufwandsarme Prüfung der Leistungsgruppen geschaffen und sichern somit die medizinische Versorgung nachhaltig und unbürokratisch", erläutert Dr. med. Christine Adolph, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Leitende Ärztin beim Medizinischen Dienst Bayern.
Das erklärte Ziel des Medizinischen Dienstes Bayern ist, die Versorgung der Versicherten zu stärken und zugleich praktikable Lösungen für das Gesundheitssystem aktiv mitzugestalten. Dafür braucht es den Austausch mit allen Entscheidungsträgern.
"2025 haben wir uns weiter als unabhängiger und fachlich anerkannter Experte im Gesundheitswesen positioniert und uns konstruktiv in die Reformdebatte eingebracht. Indem wir bestehende Parallelstrukturen konsequent abbauen, die Chancen der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz nutzen und eine koordinierte Steuerung fokussieren, machen wir das Leben der Versicherten in Bayern besser. Auf den engen Austausch mit Politik und weiteren Partnern bauen wir auch in diesem Jahr auf, um eine solidarische und dauerhaft finanzierbare Versorgung sicherzustellen", so Prof. Dr. Claudia Wöhler abschließend.